Kostenheranziehung

Tipps & Empfehlungen

Download Kostenheranziehung junger Menschen an der stationären Jugendhilfe und verwandte Themen

Download Darf das Jugendamt seine Kostenforderung an mich mit dem Pflegegeld der Pflegeeltern oder dem Pflegesatz der Heimeinrichtung verrechnen?

Download Was tun gegen einen Kostenbescheid eines Jugendamtes, der aus deiner Sicht unrechtmäßig ist?

Download Rechtsgutachten zur Kostenheranziehung junger Menschen nach dem SGB VIII von Rechtsanwalt Benjamin Raabe

Weitere Infos zur Kostenheranziehung junger Menschen finden Sie auf der Seite des Bundesnetzwerk Ombudschaft Kinder- und Jugendhilfe

Um einen Kostenbescheid ändern zu lassen oder sogar zu viel gezahltes Geld zurückzuerhalten, ist es notwendig, einen Brief an das Jugendamt zu schreiben. Für die wichtigsten Fälle finden Sie hier Musterschreiben sowie dazugehörige Ausfüllhilfen.

Häufige Fragen

„Ich lebe in einer Wohngruppe und habe eine Ausbildung begonnen. Ich bekomme ein Ausbildungsgehalt und soll nun einen Teil davon an das Jugendamt bezahlen. Wie kann das sein?“ Sofern Jugendliche und junge Erwachsene, die stationäre Erziehungshilfen erhalten, über ein eigenes Einkommen (z. B. aus Arbeit) verfügen, sind sie nach § 92 SGB VIII vom Jugendamt zu den Kosten der Erziehungshilfe aus ihrem Einkommen gemäß §§ 93 und 94 SGB VIII heranzuziehen. Die Heranziehung erfolgt durch „Erhebung eines Kostenbeitrags, der durch Leistungsbescheid festgesetzt wird“ (§ 92 Abs. 2 SGB VIII). Das bedeutet, du bekommst ein Schreiben (Bescheid) des Jugendamtes, in welcher Höhe und ab welchem Zeitpunkt du zur Zahlung an das Jugendamt verpflichtet bist. Zuvor muss das Jugendamt sich bei dir erkundigt haben, ob du über ein eigenes Einkommen verfügst und wie hoch dein Einkommen ist. Hier bist zu zur Auskunft gegenüber dem Jugendamt verpflichtet. Deine Einrichtung ist nicht verpflichtet oder berechtigt, Auskünfte über dein Einkommen an das Jugendamt zu erteilen. „Maßgeblich ist das durchschnittliche Monatseinkommen, das die kostenbeitragspflichtige Person in dem Kalenderjahr erzielt hat, welches dem jeweiligen Kalenderjahr der Leistung oder Maßnahme vorangeht“ (§ 93 Abs. 4 SGB VIII). Das bedeutet, wenn du erstmalig in diesem Jahr ein eigenes Einkommen verdienst, gilt als Berechnungsgrundlage das Jahr zuvor. Wenn du also im Vorjahr kein Einkommen verdienst hast, darf das Jugendamt dich in diesem Jahr nicht zu den Kosten der Erziehungshilfe heranziehen. Mehr Informationen dazu findest du hier: Kostenheranziehung.